Türkei untersagt Hilfslieferungen von Kleidung

Liebe Mitglieder, Freund/Innen und Gönner/Innen,

aktuell haben wir zwei Nachrichten für euch, eine sehr gute und eine leider sehr schlechte:

Die gute Nachricht zuerst: Unser Groß-Container Nr. 4 hat den Hafen von Mersin/Türkei erreicht und steht zur Verteilung an!

Und nun die schlechte Nachricht: Mit Datum vom 24. April 2020 erfuhren wir von einem neuen Erlass der türkischen Behörden, dass Hilfslieferungen für Syrien quasi ab sofort keine Kleidung und auch keine Schuhe mehr enthalten dürfen! Das neue Gesetz datiert wohl vom 14. April 2020, wurde also lange nach dem Start unseres Groß-Containers, den wir am 18. März 2020 beladen haben und am selben Tag auf den Weg bringen konnten, beschlossen und verkündet. Letzte Woche kam der Groß-Container Nr. 4 in Mersin/Türkei an, und gleich darauf wurden über 50% des Inhalts als nicht mehr zulässig für den Transport in unsere Zielgebiete Aleppo/Idlib in Syrien vom türkischen Zoll beschlagnahmt und eingelagert. Die weiteren Hilfsgüter sind freigegeben und können in Syrien zur Verteilung kommen. Was mit der gelieferten bzw. jetzt gelagerten Kleidung und den Schuhen geschieht, wissen wir derzeit nicht.

Bis auf weiteres gilt deshalb: Kein Sammeln und keine Annahme von Kleidung und Schuhen! (Die Annahmestellen in Konstanz und bei externen Sammlern sind vorerst geschlossen!!!)

Trotzdem gilt: Wir sammeln weiter medizinisches und medizintechnisches Gerät aller Art, Krankenhaus- und Ambulanz-Bedarf, Sanitätsmaterialien, Krankenhausbetten, Rollstühle (keine Rollatoren!), Trocken-Lebensmittel und andere haltbare Lebensmittel (Konserven)!

Sobald wir weitere Infos haben, werden wir prüfen und entscheiden, ob und wie wir die Kleidung anderweitig verwenden können, z. B. an Hilfsorganisationen in anderen Ländern abgeben, oder an Bedürftige im Grenzgebiet Türkei/Syrien (auf türkischem Boden befinden sich viele Flüchtlingslager mit mehr als 3 Millionen Menschen) verteilen. Mit der Kleidung und den Schuhen, die sich im Lager Konstanz befinden, werden wir entsprechend verfahren, sodass das Sammeln keineswegs umsonst war und die Ware nicht verkommt!

Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten, werden eine Protestnote an das türkische Konsulat richten, und hoffen, dass in Sachen „Liefereinschränkungen bei Hilfsgütern für die große Not leidenden Flüchtlinge und die Bevölkerung in Syrien“ noch nicht das letzte Wort gesprochen ist!!!

Wir versprechen allen Gönner/Innen und Spender/Innen, die uns die letzten Jahre unterstützt haben, dass wir weiterhin für Hilfslieferungen sammeln – wenn auch bis auf weiteres keine Kleidung und keine Schuhe!

Herzliche Grüße und bleibt gesund – die Vorstandschaft des Vereins Nothilfe Bodensee e.V.