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Brief an die Mitglieder vom 05.05.2023

Liebe Mitglieder, Spender, Gönner und Freunde des Vereins Nothilfe Bodensee e. V.

Heute schreiben wir Euch einen Brandbrief und berichten u. a. auch von unserer Arbeit.

Die Lage in Syrien ist unverändert schrecklich und unsere Hilfe wird dringend benötigt! Wir versuchen bereits seit dem Jahresende 2021 einen oder zwei See-Container zu bekommen, um die gespendeten Hilfsgüter und zu kaufende Lebensmittel nach Aleppo und Idlib in Syrien transportieren zu können. Leider sind durch die anhaltende Corona-Weltsituation – vor allem China und die damit verbundenen Verwerfungen in den globalen Lieferketten betreffend – ausreichende Transport-Kapazitäten wie z. B. Container kaum zu bekommen. Wir bleiben jedoch dran und hoffen, dass sich die Lage wieder bessert, gehen aber auch davon aus, dass sich die Transportkosten weiterhin und auf Dauer verteuern.  

Um solche Container-Transporte (früher ca. € 4.500,- und aktuell rund € 7.500,-) sinnvoll gestalten und, gemessen am Wert der Hilfsgüter aller Art, guten Gewissens organisieren zu können, setzen wir auf entsprechend hochwertige Ladungsinhalte eben in Gestalt von medizintechnischem Gerät, Sanitätsmaterial und wie erwähnt haltbaren Lebensmitteln.

Wir prüfen und nutzen dazu als kleiner Verein alle Möglichkeiten, hoffen aber auch auf Euch als Mitglieder unseres Vereins, um weitere Kontakte zu Firmen, Krankenhäusern oder Institutionen, die uns aussortierte medizinische Geräte etc. sowie Sachspenden übergeben oder vermitteln können, zu erhalten.

Wie erwähnt sind wir nur ein kleiner Verein mit einer begrenzten Anzahl an aktiven Mitgliedern. Nun jedoch sind wir, bezüglich Leistungsfähigkeit der Aktiven, an einem Punkt angelangt, wo wir unsere Mitglieder um tatkräftige Hilfe bitten.

Konkret: Wer kann bei uns aktiv mitarbeiten? Wir brauchen gelegentlich Helfer/Innen, um Sachspenden abzuholen oder bei Transport-Beladungen mitzuarbeiten. Wir suchen  Helfer/Innen, die wir bei Bedarf kurzfristig ansprechen können, ob sie Zeit hätten uns zu unterstützen. Wir freuen uns auf Eure aktive Mithilfe und auf weitere Kontakte!

Herzlichen Dank und friedvolle Grüße

Die Vorstandschaft Nothilfe Bodensee e. V.

11 Jahre Bürgerkrieg in Syrien

 „Während wir mit Schock und Entsetzen auf das schauen, was sich in der Ukraine abspielt, werden wir an das intensive und sich verschlimmernde Leid erinnert, das die syrische Bevölkerung ertragen muss“, sagte Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, diese Woche. „Eine der größten menschlichen Tragödien unserer Zeit hat sich im letzten Jahr im Schatten von Krisen anderswo verschlimmert.“

Wir dürfen Syrien nicht zu vergessen. 

11 Jahre nach Beginn des Krieges in Syrien wird das Leben der Menschen in Syrien weiterhin durch Gewalt, Vertreibung und fehlenden Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen beeinträchtigt. 

Die Kosten für Grundnahrungsmittel sind in Syrien um 98 Prozent gestiegen, ca. 55 % der Bevölkerung, weiß nicht, was und ihre nächste Mahlzeit ist, ja die Situation ist so schlimm, dass viele nicht wissen, ob sie überhaupt etwas zu essen bekommen werden! Und besonders leiden darunter die Kinder. Die Kinder in Syrien verdienen eine Zukunft!

Ein gebrauchter Rollstuhl aus Deutschland findet in Syrien eine neue Bestimmung

Der Verein „Nothilfe Bodensee“ versucht zu helfen. Doch auch für uns wird es immer schwieriger. Seit Dezember 2021 versuchen wir vergeblich ein Container nach Nordsyrien zu schicken. Die Preise für Container haben einen weiteren Rekord erreicht. Die Kosten dafür haben sich in einem Jahr verfünffacht. Wir können nur unsere Bemühungen verstärken, denn Hilfe tut Not.

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AUSZUG vom Protokoll zur Vorstandssitzung Nothilfe Bodensee e.V. am 08.03.2022

Zum Beginn der Vorstandssitzung erläuterte der 1. Vorsitzende Ali Kayaly die aktuelle Lage in unserem Aktionsgebiet Aleppo/Idlib in Nordsyrien. Nach einem strengen Winter und nach schweren Regenfällen befinden sich die Flüchtlingslager in katastrophalem Zustand. Viele Zelte sind überschwemmt sowie durchnässt und die anhaltende Kälte lässt mangels Heizung auch das Trinkwasser gefrieren. Die Menschen leiden größte Not und wir wollten nicht zuletzt aus diesem Grund schnell einen Hilfstransport mit Brennmaterial organisieren, der aber auf Anraten von Ärzten abgeblasen wurde, weil es mangels Belüftung in den Zelten wiederholt zu schweren Kohlenmonoxid-Vergiftungen kam.

Aktuell sind wir dabei einen Großcontainer bzw. einen LKW-Auflieger mit Hilfsgütern wie      z. B. 12 Tonnen Mehl, Konserven, haltbaren Lebensmitteln, Decken, Sanitätsmaterial etc. zu organisieren, was sich aber aufgrund des aktuellen Mangels an Transportkapazitäten als sehr schwierig erweist. Voraussichtlich werden wir nun am Samstag, den 19. März 2022, den nächsten Transport laden, der dann via Ancona/Italien per Schiff direkt in einen Hafen im syrischen Zielgebiet befördert wird. Dadurch hoffen wir Zeit und Geld zu sparen, denn der Transport muss voraussichtlich nicht wie bis dato geschehen den Weg über den türkischen Hafen Mersin nehmen. Sollte dieser Transport ungehindert vonstattengehen, planen wir sobald als möglich den nächsten Hilfstransport auf die Beine zu stellen.

Ein weiterer Besprechungspunkt war die Kriegssituation in der Ukraine, wo ebenfalls viele Menschen in großer Gefahr sind und große Not erleiden. Da sich offensichtlich, was auch zahlreichen Berichten in den Medien und im TV zu entnehmen ist, viele Hilfsorganisationen dieser schweren Herausforderungen annehmen, fällten wir den Beschluss, dort nicht auch noch tätig zu sein, sondern uns auf nach wie vor drängende Hilfsprojekte in Aleppo/Idlib zu konzentrieren. Leider ist es doch so, dass die unzähligen notleidenden Menschen in Syrien wegen der schlimmen Ereignisse in der Ukraine und den damit einhergehenden Massen an Flüchtlingen ein ganzes Stück weit aus dem Fokus geraten sind, sich die Situation dort aber noch weiter verschlechtert. Folgerichtig bleiben wir in Nordsyrien aktiv und hoffen darauf, dass wir in unserem Tun weiterhin durch Sach- und Geldspenden unterstützt werden.